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Erschienen am 22.03.2007 Für eine sichere Stromversorgung Votum anlässlich der Sonderdebatte zur Energiepolitik Markus Zemp, Nationalrat (AG)
Energiezukunft und Umweltproblematik sind heute zu Recht in der politischen Diskussion verknüpft. Eine umfassende Sicht, welche die Wirtschaft beachtet, welche die Umweltproblematik beachtet, welche die Sicherung einer genügenden Menge Energie beachtet, ist angesagt. Wo kann man wie sparen? Stichwort Energieeffizienz. Welche Energiemengen werden unsere Gesellschaft und die Wirtschaft längerfristig brauchen, um den Wohlstand zu erhalten, zugleich aber die Vorgaben von Kyoto zu erfüllen? Sodann ist es wichtig, neuen Energiequellen den Marktzugang zu erleichtern, dies im Wissen darum, dass wir einerseits die Unabhängigkeit in der Energieversorgung verbessern können und diese Innovationen bei uns andererseits Arbeitsplätze generieren.
Ich möchte Ihnen kurz die Position der CVP zur zukünftigen Stromversorgung darlegen: Wir wissen, dass unser Stromverbrauch derzeit gegen 60 000 Gigawattstunden beträgt, wovon rund 57 Prozent aus Wasserkraft, 38 Prozent aus Kernkraft und je etwa 2,8 Prozent aus Erdöl und Kehrichtverbrennungsanlagen, Industrieanlagen stammen. Wir haben also eine Stromproduktion, welche sich durch eine ausgesprochen schwache CO2-Emission auszeichnet. Dies ist angesichts der Klimaprobleme von grosser Bedeutung. Was aber auch auffällt, ist die Tatsache, dass erneuerbare Energiequellen wie Biomasse, Wind, Fotovoltaik und Geothermie bei uns praktisch noch keine Rolle spielen. Die verstärkten Anstrengungen zur Reduktion der CO2-Emissionen und die Reduktion der fossilen Brennstoffe für die Energiegewinnung bedeuten zugleich aber eine Verlagerung zu mehr Stromverbrauch. Es ist für die Zukunft sehr wichtig, diesen Strom zu einem grossen Teil aus einheimischer Produktion zur Verfügung zu stellen.
Wir schätzen, dass bis zum Jahre 2035 die Energienachfrage allenfalls reduziert werden kann, jedoch die Nachfrage nach Strom um 23 Prozent steigen wird. Es geht nun darum, dass wir diesen Mehrbedarf kostengünstig und möglichst klimaverträglich zur Verfügung stellen können. Nur so können wir den attraktiven Standort für die Wirtschaft und damit den hohen Lebensstandard sichern, welcher nicht zuletzt auch unsere Sozialwerke sichern kann. Die CVP begrüsst die starke Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen wie Wasser, Biomasse, Wind, Fotovoltaik und Geothermie. Wir haben das kürzlich auch bei den Diskussionen im Zusammenhang mit dem Stromversorgungs- und mit dem Energiegesetz gezeigt. Diese können unmittelbar zu einer höheren Stromproduktion beitragen. Allerdings müssen sie auch die Marktfähigkeit erhöhen.
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der auch in Zukunft steigende Bedarf an Strom und die Tatsache, dass in absehbarer Zeit die ersten Kernkraftwerke altershalber abgeschaltet werden müssen, zeigen, dass es nicht ohne ein neues oder mehrere neue Kernkraftwerke geht. Es wird sinnvoll sein, diese teilweise möglichst an den gleichen Standorten zu realisieren. Es gilt dabei die Fristen, dank straffer Führung durch den Bund, in vernünftigem Rahmen zu halten. Gleichzeitig ist die Entsorgungsfrage definitiv zu regeln. Dies muss man ohnehin, ob wir nun ein neues Kernkraftwerk bauen oder nicht. Die CVP betrachtet die Kernenergie, angesichts der CO2-Problematik, als die bessere Lösung als Gaskombikraftwerke. Für die CVP gibt es nicht ein Entweder-oder, Strom aus erneuerbaren Energiequellen oder aus Kernkraftwerken. Wir sind der Meinung, dass es beides braucht. Die Verhinderung der Kernkraftwerke aus ideologischer Sicht schadet dem Wirtschaftsstandort Schweiz und damit letztlich auch der Umwelt und unserem Lebensstandard. |
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