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In unserem Land wurde, wie in der EU, in den letzten Jahren kräftig dereguliert und liberalisiert. Staatliche und halbstaatliche Unternehmen wurden reihenweise privatisiert. Am kräftigsten neu aufgemischt wurde die Telekommunikationsbranche. Neue Anbieter von Telekomdienstleistungen konnten sich innert kürzester Zeit in einem nun funktionierenden Markt etablieren. Von dieser Entwicklung haben vor allem die Konsumenten profitiert, da die Preise in schier unglaubliche Tiefen gefallen sind. Die Kehrseite der Medaille bekommen die Arbeitnehmenden der Branche zu spüren: Ihre Arbeitsplätze sind nicht mehr so sicher wie einst. Sie müssen wesentlich mehr Flexibilität zeigen und vermehrt Stress am Arbeitsplatz ertragen. Voll in der Liberalisierungsphase steckt europaweit im Moment die Elektrizitätswirtschaft. Langfristig sollen auch die KonsumentInnen in der Schweiz den Strom auf dem freien Markt einkaufen können. Die Elektrizitätsunternehmen buhlen bereits heute um die lukrative Kundschaft und entwickeln differenzierte Preis- und Leistungsangebote. Um in einem liberalisierten Markt besser bestehen zu können, ist in der Branche zudem die "Fusionitis" ausgebrochen. Eines ist sicher: Strom soll billiger werden. Was bedeutet aber "Strom zum Niedertarif" für die Angestellten? Sie müssen mit massiven Umstrukturierungen und Rationalisierungen (ev. Entlassungen) rechnen. Ihre Anstellungsbedingungen werden sich verschlechtern, wenn sie sich nicht wehren. Die Löhne können ebenfalls schnell auf Niedertarifniveau sinken. Deshalb ist es um so wichtiger, sich zu organisieren und auf breiter Front zusammenzustehen. Die unabhängigen Personalverbände und Mitarbeitervertretungen der Elektrizitätswirtschaft haben aus diesem Grunde einen Dachverband (VPE - Verband der Personalvertretungen der Schweizerischen Elektrizitätswirtschaft) gegründet, um den Wandlungsprozess in ihrem Sinne mitzugestalten. Dr. Bernd Frieg, Präsident VPE (Editorial der Sondernummer der VSAMrevue "Elektrizitätswirtschaft im Wandel") |