Wasserkraftwerkstypen

Gewichtsmauer Grande Dixence in der Bauphase (1953 bis 1961)

Je nach den unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten bieten sich für die Errichtung neuer Wasserkraftwerke auch verschiedene Lösungen an. Dabei spielen sowohl das Wasserangebot eine Rolle aber auch die Einfügung der Anlage in das Landschaftsbild.

"Die Nutzung der Wasserkraft in der Schweiz gründet auf einer langen Tradition. Die Topographie unseres Landes bietet günstige Voraussetzungen zur Versorgung der Bevölkerung mit elektrischer Energie, die aus der Strömung und der Schwerkraft des Wassers gewonnen wird. Gewaltige Staumauern, moderne Flusswehre, Turbinen und Generatoren zeugen von den weltweit anerkannten Leistungen unserer Ingenieure und Unternehmer." (Sinniger, R. & Vischer, D., Zürich, Mai 1998)


Schema eines Pumpspeicherwerkes

Pumpspeicherkraftwerke: Pumpspeicherwerke dienen vor allem als Energiespeicher. Das heißt: Nachts wird gepumpt, tagsüber werden Spitzen abgefahren.

Pumpspeicherkraftwerke verfügen über ein oberes und ein unteres Staubecken. Bei geringer Stromnachfrage wird das Wasser in den höher gelegenen Speichersee zurückgepumpt. Bei grosser Nachfrage steht es dann wieder zur Stromerzeugung zur Verfügung. Für den Antrieb der Pumpen werden rund 2% der gesamten Stromerzeugung eingesetzt.


Schema eines Speicherkraftwerkes

Speicherkraftwerke: Bei den Speicherkraftwerken nutzen die Hochdruckanlagen das grosse Gefälle im Gebirge (>50m). Die Mitteldruckanlagen werden meist in Mittelgebirgen gebaut, bei einem Gefälle zwischen 15 und 50 m.

Speicherkraftwerke nutzen das in Stauseen gespeicherte Wasser zum Antrieb ihrer Turbinen. Charakteristisch für den Kraftwerktyp sind ein grosses Gefälle und damit hoher Druck, jedoch kleinere Wassermengen. Speicherkraftwerke können je nach Bedarf innert weniger Minuten in Betrieb genommen und wieder abgestellt werden. Deshalb werden sie vorwiegend während der Spitzenverbrauchszeiten - mittags und im Winter - eingesetzt.


Stromproduktion während eines Tages


Speicherkraftwerke sind oft weitverzweigt. Grössere Kraftwerksgruppen umfassen mehrere Stauanlagen und Maschinenzentralen, verbunden mit vielen Kilometern Druckstollen.

Beispiel eines weitverzeigten Speicherkraftwerkes der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO)


Schema eines Laufkraftwerkes

Laufkraftwerke: Es sind Niederdruckanlagen, die für Flusstäler ausgelegt sind und in der Regel ein Gefälle von weniger als 15 m aufweisen. Man unterscheidet zwischen Fluss- oder Buchtenkraftwerken und Ausleitungskraftwerken.

Die Turbinen von Laufkraftwerken werden vom Wasser eines Flusses angetrieben. Das Gefälle zwischen Ober- und Unterwasser ist im Vergleich zu Speicherkraftwerken gering, dafür stehen meist grössere Wassermengen zur Verfügung. Laufkraftwerke arbeiten ständig.

Sie decken gemeinsam mit den Kernkraftwerken den Grundbedarf an Strom, sind also Grundlastkraftwerke. Ihre Stromerzeugung hängt von der Wasserführung des Flusses ab; in der Regel produzieren sie im Sommer mehr Strom als im Winter.


Stromproduktion (Wasserkraft- und Kernkraftwerke) im Vergleich zum Stromverbrauch


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