Kurzschlussversuche

Bei Baumfällarbeiten kommt es manchmal vor, dass ein gefällter Baum auf die Leiterseile einer Hochspannungsleitung stürzt. Der dadurch ausgelöste Kurzschluss führt in der Regel zu Störungen im Stromnetz. Um die Sicherheit des Leitungsnetzes und der Energieversorgung zu gewährleisten, wurden in entsprechenden Versuchen eventuell auftretende Störfälle absichtlich herbeigeführt und das Schaltverhalten der einzelnen Komponenten sowie die Auswirkungen solcher Kurzschlussfälle getestet.

Baumfällarbeiten kommen zwar vorwiegend in der Nähe von 110-kV-Leitungen vor, doch wurden diese Kurzschlussversuche auch mit 380-kV-Leitungen durchgeführt. Berührt ein Baum das spannungsführende Leiterseil und stellt einen Kurzschluss zum Erdboden her, fließt aufgrund des hohen Widerstandes des Baumes vorerst nur ein geringer Strom von etwa fünf Ampere. Dieser Strom, ein Bruchteil der Normallast, ist jedoch zu gering, um eine automatische Abschaltung im nächsten Umspannwerk auszulösen.


Beispiele von Kurzschlussversuchen
Im weiteren Verlauf steigt die Stromstärke durch die Verkohlung unter der Baumrinde sehr rasch an und führt zum Lichtbogenüberschlag. Die Stärke des Kurzschlussstromes hängt von der eingespeisten Leistung ab. Bei dem Beispiel (Photo unten) wurde der Kurzschlussstrom durch den Widerstand der ausgewählten Leitung mit etwa 2'000 A begrenzt. Im Normalfall können Fehler bei dieser Spannungsebene Kurzschlussströme zwischen 5'000 und 15'000 A hervorrufen.

Sprühversuche
Sprühversuch
Für Feuerwehreinsätze in spannungsführenden Anlagen ist es notwendig zu wissen, welche Gefahren für die Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung auftreten können. Dazu werden so genannte Sprühversuche an Hochspannungsanlagen durchgeführt. Gemessen werden die Ableitströme, die auf das Strahlrohr der Löschmannschaft zurückfließen. Die auftretenden Stromstärken hängen von der Strahlart und der Verwirbelung des Wasserstrahls ab. Je mehr der Strahl aus einzelnen Tröpfchen besteht, desto größer ist sein elektrischer Widerstand. Eine weitere Gefahr besteht, wenn sich zwischen den Isolatorrippen ausreichend Löschwasser ansammelt und sich dadurch ein Lichtbogenüberschlag zwischen den spannungsführenden Kappen auslöst. In diesem Fall kann der Isolator zerstört werden.

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