Mit Vernunft essen (3)

Mit Vernunft essen (3)

Bis jetzt wurde über Essgewohnheiten und Regeln berichtet (vgl. Gesundheitstipps “Mit Vernunft essen (1) + (2)“).

Nun soll etwas über gewichtsbestimmende Faktoren ausgeführt werden.


Die Darmflora beeinflusst das Gewicht

Wieviel Energie wir für unsere Leistungen be­nötigen, hängt aber nicht allein von der Effi­zienz des menschlichen Stoffwechsels ab; auch die vielen Billionen mit uns in Symbiose leben­den Darmbewohner “essen mit“, verdauen für uns und bestimmen so, wie viel Nahrung wir nutzen können.

Dieses Darm-Oekosystem gleicht einer modernen Anlage zur Produktion von Bio­treibstoff, bei der aus Abfällen bester Treibstoff gewonnen werden kann. Die Darm­bewohner, Hefen und vor allem Bakterien, verbrauchen zwar einen Teil der Nahrung, beliefern uns aber im Gegenzug mit Brennstoff, den sie aus für uns wertlosen Nah­rungsbestandteilen gewinnen, den Ballaststoffen. Diese werden von ihnen fermen­tiert und in Fette umgewandelt, welche der Mensch optimal nutzen kann. Der Stoffwechsel der Darmflora und ihre Zusammensetzung sind dabei eng auf un­sere Ernährungsweise abgestimmt und beeinflussen auch unseren Stoffwechsel. Das haben Tests gezeigt, bei denen eine Abhängigkeit der Inhaltsstoffe mensch­li­chen Urins (also der Endprodukte des Stoffwechsels) von der Zusammensetzung der Darmflora gefunden wurde.

Stress und mangelnder Schlaf

 Zu einem Anstieg des Gewichts können auch verschiedene Medikamente führen – nicht nur Antibiotika, die einen Einfluss auf die Darmflora haben. Von diesen Medi­kamenten sind einige in der evidenzbasierten Leitlinie für “Prävention und Therapie der Adipositas“ der deutschen Fachgesellschaften für Ernährung aufgeführt. Dazu gehören Betablocker, Antidiabetika, Antidepressiva oder Mirtazapin, aber auch Corti­son (und generell Glukokortikoide) – alles Arzneimittel, welche in der westlichen Welt immer häufiger eingesetzt werden. Sie wirken zum Teil sehr unterschiedlich.

Dass mangelnder Schlaf das Gewicht erhöhen könnte, legen auch Zahlen aus den USA nahe. Dort verkürzte sich in der Bevölkerung in den letzen Jahrzenten der nächtliche Schlaf von 9 auf 7 Stunden pro Nacht. Manche Wissenschaftler sehen darin daher eine der Ursachen für die generelle Gewichtszunahme. 

VPE / AG-Gesundheit / April 2009


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Zitat
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