Risiko Wahrnehmung

Risikowahrnehmung Energieperspektiven 2035 - BfE
Übersicht zur Risikowahrnehmung von Interessensvertretern und Thesen zur Debatte.

Zusammenfassung
Wie nehmen Interessensvertreter die Risiken in den Energieperspektiven 2035 des Bundesamts für Energie wahr? Wie lassen sich unterschiedliche Risikowahrnehmungen zur zukünftigen Energiepolitik der Schweiz erklären? Antworten auf diese Fragen sind in der vorliegenden Studie zu finden. Sie wurden erarbeitet auf der Basis leitfadengestützter qualitativer Interviews mit Interessensvertretern aus Wirtschaft, NGOs, Politik, Wissenschaft und Medien. Die Analyse zeigt Konsens zu den Risiken auf der Prozessebene:
  • Das Thema Energie ist im Bewusstsein der Bevölkerung zu wenig verankert, die Kommunikation zwischen den Interessensvertretern ungenügendund die politische Debatte zur Energiezukunft aufgrund ideologischer Auseinandersetzungen blockiert. Entscheide im Energiebereich habenlangfristige Wirkungen, die schwierig vorhersehbar sind. Um rechtzeitig Ziele im Umweltbereich zu erreichen und auch eine Stromlücke zu vermeiden sind deshalb rasche Entscheide zur zukünftigen Strategie nötig.

  • Inhaltlich nehmen die meisten Interessensvertreter die Risken aus der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen, von Energieimporten und von einzelnen Technologien als kritisch wahr. Die Folgen der Energienutzung für Umwelt und Klima sowie die Gefährdung der Versorgungssicherheitsind ebenso wichtige Risiken. Für die Gesellschaft werden soziale Konflikte rund um die Energieerzeugung, -nutzung und –verteilung(z.B. Landschafts- und Umweltschutz) und ein hoher Energiepreis(Zweiklassengesellschaft, Energie als Luxusgut,) als Risiken gesehen.

  • Dissens herrscht bei den Risiken aus der Nutzung der Kernenergie und zwar sowohl im Betrieb als auch bei der Endlagerung. Ebenso sind sich die Interessenvertreter uneins, wie gross das Potenzial der erneuerbarenEnergien ist und wie sich die Schweiz energiepolitisch in Europapositionieren soll.
Diese unterschiedliche Wahrnehmung der Risiken lässt sich durch die verschiedenen Sichtweisen auf die einzelnen Themen erklären. Unterschiede in Menschenbild, Staatsbild sowie in der Einstellungen zu Technologie führen je nach Betrachtung (aus Sicht Wirtschaft, Umwelt, Soziales (System oder Wissenschaft) zu anderen Positionen in Energiefragen und damit zu anderen Einstellungen gegenüber den Risiken

Energieperspektiven

Für die Energieperspektiven und allgemein für die Energiedebatte lassensich aus den Aussagen der Interessensvertreter folgende Thesen
als Gedankenanstösse formulieren:

1. Energie ist derzeit kein Thema in der Gesellschaft, da für die Bürger
keine Notwendigkeit besteht, sich mit Energiefragen zu beschäftigen
und da die politische Debatte blockiert ist.

2. Alle warten auf ein Ereignis, das die Entscheidung, wie es weiter gehen
soll, abnimmt. Die Verantwortung wird delegiert an zukünftige Generationen,
an den Markt oder an ein unerwartetes Ereignis, das Impulse
oder Klärung bringt.

3. Die energiepolitische Debatte wird aus Angst vor der Emotionalität
vermieden. Der Verlauf von emotionalen Debatten ist schwierig vorherseh-
und kaum steuerbar, was grosse Unsicherheiten mit sich bringt.

4. Alle ahnen, dass die Debatte zur Nutzung von Kernenergie geführt
werden muss. Niemand will es tun. Dieser Konflikt wird auch von den
Energieperspektiven nicht gelöst. Die Meinungen sind geteilt. Die Debatte
birgt sozialen Sprengstoff.

5. Es findet ein Generationenwechsel bei Technologien und Schlüsselpersonen im Energiebereich statt.
Dies birgt zum einen die Chance einer Deblockierung der Debatte und zum anderen das Risiko der weiteren Verhärtung.
Zurzeit gibt es wenig Interesse und Motivation für einen breiten öffentlichen Dialog.
Aber es herrscht Konsens unter den Interessensvertretern darüber, dass die Prozessrisiken angegangen werden müssen.
Somit ist denkbar, dass in einem ersten Dialogschritt zur Energiezukunft Schweiz die „Spielregeln“ zwischen den Interessensvertretern ausgehandelt werden.
In einem zweiten Schritt könnte die Bevölkerung bei konkreten Fragen – beispielsweise zum emotional stark geprägten Thema Kernenergie - einbezogen werden.
Dieser Dialog müsste aufgrund der fortgeschritten Konfliktphase in der Energiedebatte stark strukturiert, systematisch aufgebaut und moderiert werden.

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Risikowahrnehmung Versorgungsqualität - Stiftung Risiko Dialog St.Gallen
Risikowahrnehmung Versorgungsqualität Analyse und Empfehlungen aufgrund von Fokusgruppen-Gesprächen und Einzelinterviews zum Thema Stromausfall.

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