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Das UCTE-Netz ist als ein Verbundblock zu betrachten, in welchem die Netze der einzelnen Partner im synchronen Parallelbetrieb zusammengeschaltet sind. Diese Form der Zusammenarbeit ist vergleichbar mit einer Schicksalsgemeinschaft, da sich Störungen in einem Netzteil über die Frequenz auf alle Partner auswirken. Die Netze aller Teilnehmer werden daher nach einheitlichen Regeln und Kriterien betrieben, die für alle Mitglieder der Organisation Geltung haben. Grundsatz in der Betriebsführung dieses komplexen Systems ist die Eigenverantwortlichkeit jedes Partners für sein Netz. Probleme des Betriebs, die alle Partner betreffen, werden in der UCTE koordiniert. Auf der Grundlage der Betriebserfahrungen werden Regeln, Richtlinien und Empfehlungen erarbeitet und regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Sie bilden gemeinsam den Rahmen für die internationale Zusammenarbeit bei der Betriebsführung:
- Netzregelung (Primär- und Sekundärregelung)
- Sicherung der Bedarfsdeckung zu jeder Zeit (Autarkie)
- Die Netzsicherheit muss zu jeder Zeit gewährleistet sein
- Optimierung der Einsatzmöglichkeiten
- Austauschprogramme und Abrechnung des Energieaustausches
- Kraftwerksreserven
- Schutzkonzept
- Maßnahmen gegen Großstörungen
- Austausch von Netzdaten in Echtzeit für Offline-Rechnungen
- Koordination von Leitungsabschaltungen
- Spannungs- und Blindleistungsregelung
- Eigenbedarfsicherung für Umspannwerke und Kraftwerke
- Erfahrungsaustausch über den Kraftwerksbetrieb
Die Stromübertragung erfolgt über Höchstspannungsleitungen von bis zu 400'000 Volt. Sollen große Energiemengen jedoch quer durch Europa - von Skandinavien nach Italien - geleitet werden, wären die Verluste mit dem international üblichen Wechsel- oder Drehstrom zu hoch. Der Strom wird dann, etwa als Seekabel nach Schweden, mit Gleichstrom, wie man ihn aus einer Batterie kennt, übertragen. Gleichstrom hat weitere Vorteile: Damit kann zum Beispiel der Stromhandel mit Ländern außerhalb der UCTE erfolgen. Das hängt mit der Frequenz des Stroms zusammen. Im UCTE-Netz wird der Sollwert von 50 Hertz, also 50 Schwingungen pro Sekunde, promillegenau eingehalten. In anderen Ländern bzw. Netzen (z.B. CDO) sind Schwankungen von bis zu einem Hertz und mehr zugelassen. Eine Parallelschaltung der Blöcke, die eine gemeinsame und gleiche Frequenz voraussetzt, ist daher nicht möglich. Aus diesem Grunde wird der Stromaustausch mit solchen Ländern entweder über Konverterstationen (Kuppelstelle) mit Gleichstrom-Kurzkupplungen (GKK) bzw. Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ), oder im so genannten Insel- bzw. Kraftwerksrichtungsbetrieb abgewickelt. |