Talsperrentypen

Talform, Geländebeschaffenheit und am Ort verfügbare Baustoffe bestimmen den Typ der Talsperre. Staumauern bestehen aus Beton oder Natursteinmauerwerk, Dämme aus Erde und Steinen.

Die von einer Talsperre aufzunehmende Kraft des gestauten Wassers hängt von ihrer Höhe und der Talbreite ab, nicht aber - wie oft irrtümlich angenommen - von der Länge oder dem Inhalt des Stausees. Am naheliegenden ist es, dieser Kraft das Gewicht der Talsperre entgegenzustellen, mit Dämmen aus Erde und Steinen oder mit Gewichtsstaumauern aus Beton. Beide Talsperrentypen queren das Tal gewöhnlich geradlinig.

Mit weniger Beton als bei Gewichtsstaumauern kommt man aus, indem man der Mauer eine gegen das Wasser gebogene Form gibt oder indem man sie in einzelne Pfeiler auflöst. Man spricht dann von einer Bogen- bzw. von einer Pfeilermauer.

Staumauern benötigen einen festen Felsuntergrund; hingegen können Dämme dank der Fähigkeit ihrer Baustoffe, Verformungen aufzunehmen, sowohl auf felsigem als auch auf tonigem, sandigem oder kiesigem Untergrund gebaut werden.


Talsperrentypen schematisch: Gewichtsmauer (oben links); Pfeilermauer (oben rechts); Bogenmauer (unten links); Erddamm mit inneren Dichtelement (unten rechts)

Bogenstaumauer
Bogenstaumauer Moiry der Kraftwerke Gougra

Die Bogenstaumauer ist besonders elegant; die Kraft des gespeicherten Wassers wird durch die sowohl in vertikaler wie in horizontaler Richtung gekrümmte Mauer auf die Talflanken übertragen. Die Bogenmauer ist in der Schweiz der am meisten verbreitete Talsperrentyp.


Bogenstaumauer aus der Vogelperspektive (Staumauer Punt dal Gall der Engadiner Kraftwerke im Kanton Graubünden)

Bogenstaumauer Luzzone der Blenio-Kraftwerke im Kanton Tessin

Gewichtsstaumauer
Gewichtsmauer Grande Dixence

Sie besitzt im Prinzip einen dreieckigen Querschnitt. Ihr Eigengewicht allein reicht aus, um das aufgestaute Wasser zurückzuhalten.

Eine Zwischenlösung stellt die Bogen-Gewichtsmauer dar. Sie erreicht die nötige Standfestigkeit teils durch ihr Eigengewicht und teils durch Abstützen auf die Talflanken.


Pfeilerstaumauer
Pfeilermauer Lucendro der AareTessin AG (ATEL)

Sie ist eine Betonmauer mit Pfeilern und materialsparende Zwischenräumen. Die Pfeiler stützen die relativ dünnen Zwischenwände und leiten die Kräfte in den Untergrund ad. Diese Konstruktion wurde in der Schweiz sehr wenig angewendet (Lucendro, Lessoc, Rossinière, Les Marécottes).

Von dieser Konstruktionsart unterscheidet man die Untertypen Pfeilerkopfmauer, Plattenmauer und Vielfachbogenmauer.


Staudamm
Staudamm Göscheneralp der Kraftwerke Göschenen

Im Gegensatz zur Staumauer ist der Damm im Querschnitt wesentlich breiter als hoch. Er hat in der Regel in seinem Innern einen dichten Kern, der beidseits durch sorgfältig ausgewähltes und entsprechend eingebautes Erd- oder Felsmaterial gestützt wird. Anstelle einer Abdichtung im Innern Kommen auch Dichtungsbeläge aus Asphalt oder Beton an der wasserseitigen Oberfläche zur Anwendung.


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