Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Gefährdungspotential

Windkraftanlage

Die Weiterentwicklung der Windkrafttechnologie in den 80er- und 90er-Jahren führte zu einer deutlichen Reduktion der Produktions-, Anschaffungs- und Betriebskosten. Bei kleinen und mittleren Anlagen bis etwa 300 Kilowatt Leistung, die in größeren Stückzahlen gefertigt werden, haben sich die Produktionskosten in den letzten Jahren deutlich verringert. Zu den Betriebskosten zählen vor allem Aufwendungen für Wartung, Reparaturen und Versicherungen. Derzeit geht der Trend hin zu größeren Windkraftanlagen, deren spezifische Bau- und Installationskosten nochmals geringer sind.

Windkraftanlagen stoßen bei Teilen der Bevölkerung inzwischen aber auch auf Widerstand. Während Windgeneratoren noch vor Jahren als umweltfreundliche Stromproduzenten schlechthin galten, ruft der zunehmende Ausbau der Windkraft nun aber bereits negative Stimmung hervor. Belästigung durch Laufgeräusche, Lichteffekte der Rotoren, Befürchtung ungünstiger Einflüsse auf die Vogelwelt sowie die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes sind die Gründe.

Andererseits verursacht Wind weder Abgase noch Schadstoffe. Alte Anlagen können problemlos abgebaut und wieder verwertet werden. Das Lebensalter von Windkraftanlagen liegt heute bei maximal 25 Jahren, während Wasserkraftwerke älter als 100 Jahre werden.


Gefährdungspotential

Das Abreißen eines Rotorblattes kommt zwar sehr selten vor, kann aber nicht vollständig ausgeschlossen werden. Als Ursache wäre unkontrolliertes Überdrehen des Rotors bei zu hoher Windgeschwindigkeit oder Materialermüdung denkbar. Die Flugbahn abgebrochener Rotorteile lässt sich zwar nicht exakt vorausbestimmen, folgt aber physikalischen Gesetzen. Die Gefahr für Menschen ist bei den üblichen Freilandstandorten sehr gering.


Umweltverträglichkeit

Windkraftanlagen arbeiten nicht völlig geräuschfrei. Konstruktionsbedingt können sie mehr oder minder laute Schallemissionen verursachen. Diese Geräuschemissionen entstehen entweder durch aerodynamische Geräusche, das sind Luftströmungen um die Rotorblätter, oder durch Laufgeräusche von Maschinen in der Rotorgondel. Die aerodynamischen Geräusche können durch besondere Maßnahmen bei der Profilierung der Rotorblätter reduziert werden. Bei Anlagen in direkter Nähe von Wohngebieten oder in der Nacht lässt sich durch Herabsetzen der Rotordrehzahl eine Lärmverminderung erzielen.

Die Befürchtung, dass Vögel durch Rotoren verletzt werden könnten, haben sich weitgehend als unbegründet erwiesen. Offenbar können Vögel die Rotorblätter als Hindernisse erkennen und ihnen ausweichen. Zugvögel zeigen zum Teil ausgeprägte Richtungsänderungen.

Windkraftanlagen stören die Übertragung von elektromagnetischen Wellen. Im Bereich von Richtfunkstrecken dürfen solche Anlagen daher nicht errichtet werden. Die Störung des Fernsehempfangs lässt sich durch einfache technische Maßnahmen beheben. Eine bessere Ausrichtung der Antenne schafft oft Abhilfe.


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