Windenergie Schweiz

Seit Jahrzehnten gibt es einen bewährten und idealen Schweizer Strommix von 60 % Wasserkraft und 40 % Kernenergie. Mit diesem Mix ist die Schweizer Stromproduktion frei von belastenden Luftschadstoffen und Treibhausgasen (CO2). Im internationalen Vergleich ist die Schweiz in dieser Hinsicht führend. Unsere Stromversorgung ist zudem bis anhin zuverlässig und weitgehend vom Ausland unabhängig.

40 % unser Stromerzeugung, nämlich der aus Kernenergie, sollten mit Hilfe der Atom-Austiegsinitiativen (18. Mai 2003) abgestellt werden. Die Schweizerische Energiestiftung (SES) und einzelne Politiker sahen darin kein Problem und behaupten, dass wir diese 40 % ganz einfach durch ein bisschen Stromsparen und importierte Windenergie ersetzen können.

Dies ist wohl eher eine Utopie denn eine Vision, denn sogar Windfachleute sehen nur ein Potential von 15 bis 20 % ohne die Gefährdung der Versorgungssicherheit. Der Anteil der Windenergie in der Schweiz liegt zur Zeit bei 0.01 % und ist damit äusserst bescheiden. Zum Vergleich: Mit einem Drittel der Weltproduktion kommt Deutschland auch nur auf einen bescheidenen Anteil von 2%.


Mont Crosin

Die grösste Windkraftanlage der Schweiz steht im Kanton Jura auf dem Mont-Crosin. Sie hat eine Gesamtleistung von 2460 KW. Die Produktion beläuft sich auf ca. 2.5 Mio. kWh pro Jahr. Die Gestehungskosten betragen rund 20 - 25 Rp./kWh.


Das Bundesamt für Energie (BfE) hat zum Thema "Windenergie" und "Ersatz der Kernenergie" zwei Berichte ausarbeiten lassen:


PROGNOS (2002): Ersatz der Kernenergie durch importierten Windstrom? - Diskussionspapier (Basel, 5. April 2002).
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INFRAS (2002): CO2-neutraler Ersatz der Atomenergie - Inputs zu forcierter Windenergienutzung (Zürich, 3. April 2002).
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Zu den beiden Studien wurde vom Bundesamt für Energie (BfE) ein Zusatzbericht verfasst:

BFE (2002): CO2-neutraler Ersatz der Atomenergie - Zusatzbericht, Zusammenfassung des Bundesamtes für Energie (Bern, 5. April 2002).
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BFE (2002): Remplacement de l'énergie atomique sans détérioration du bilan de CO2 - Rapport complémentaire, Résumé de l'office fédéral de l'énergie (Bern, 5. April 2002).
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Die Berichte haben klar aufgezeigt, dass vor einer weitreichenden Nutzung der Windenergie in Europa noch erhebliche Hürden zu überwinden sind, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Da Wind nicht immer weht, sind entsprechende Reserveleistungen vorzuhalten und das europäischen Verbundnetzes muss erweitert bzw. ausgebaut werden. Dies ist mit immensen Kosten verbunden und wird den Ausbau der Windenergie bremsen. In einer Studie wird mit Mehrkosten bis zum Jahre 2030 von bis zu 18.5 Mrd. Schweizerfranken gerechnet.

Hinzu kommt, dass der Windstrom auch auf absehbare Zeit ohne massive Förderung gegenüber konventionellen Kraftwerken nicht konkurrenzfähig sein wird. Frühestens ab dem Jahre 2020 wird mit einer Verfügbarkeit von Windenergie im grösseren Umfang gerechnet, wenn es mit dem Umwelt-, Lärm- und Landschaftsschutz in Einklang gebracht werden kann. Für die Schweiz wurde 1996 das landschaftskompatible Windpotenzial nur auf rund 3.5 % der schweizerischen Stromnachfrage geschätzt. Für den Import von Windenergie gilt es zu berücksichtigen, ob unsere europäischen Nachbarstaaten überhaupt bereit sind Windenergie zu exportieren, da sie selbst aufgrund der Kyoto-Ziele und dem teilweisen Ausstieg aus der Kernenergie in Zukunft einen erhöhten Eigenbedarf haben werden.

Eines ist jedoch klar, auch falls langfristig durch neue und bessere Technologien die Windenergie doch noch eine realistische Alternative werden sollte, so ist eine starke Abhängigkeit vom Ausland und der Arbeitsplatzexport vorprogrammiert.


In vielen Regionen Europas sind der Windstromerzeugung enge Grenzen gesetzt. Die geplante Windkraft-Erzeugung in Offshore-Anlagen in der Nord- und Ostsee (von denen noch keine einzige gebaut ist) zeigt beispielsweise, dass diese elementar mit der Netzausbauentwicklung verbunden ist. es sind inzwischen Dimension erreicht, die nicht nur politische Absichtserklärungen, sondern auch einen breiten gesellschaftlichen Konsens zwingend voraussetzten - der aber gegenwärtig nicht absehbar ist. Die Frage, ob Windstromüberschuss in grösserem Stile dem europäischen Ausland zur Verfügung gestellt werden kann, ist gegenwärtig mehr als offen. Grosse Hürden für einen Windkraftausbau stellen schon heute die nationalen Netzengpässe dar.

 


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